Am 3. Oktober hat die GRÜNE JUGEND Bayern auf dem 37. Landesjugendkongress in Würzburg folgenden Beschluss gefasst:

„Die GRÜNE JUGEND Bayern spricht sich gegen die Einführung und die Existenz von sog. Dresscodes, Kleiderordnungen und Verboten von einzelnen Kleidungsstücken an bayerischen Schulen aus. Solche Maßnahmen, wie zuletzt vom Würzburger Deutschhaus-Gymnasium durchgeführt, zielen zumeist darauf, eine ”freizügige” Kleidungsweise von Mädchen* zu verhindern. Als Begründung wird genannt, dass durch solche Kleidungsweisen Schüler und Lehrer abgelenkt würden. Außer, dass diese Sichtweise durch ihre Fixierung auf Männer extrem heteronormativ ist, finde damit  eine völlig inakzeptable Schuldumkehr statt, die sich im Bereich der Rape-Culture und des sog. Victim-Blamings befindet. Wenn es zu sexistischen Vorfällen kommt, liegt die Schuld nicht bei denen, die durch die Vorfälle zu Schaden kommen, egal wie sie gekleidet sind. Das Problem heißt Sexismus; und sexistische Vorfälle sollten durch die Eindämmung von sexistischem Gedankengut bekämpft werden und nicht durch Drangsalierung der Opfer. Abgesehen davon sind Dresscodes und Kleiderordnungen für die GRÜNE JUGEND Bayern eine nicht hinzunehmende Einschränkung der im Grundgesetz garantieren freien Entfaltung der Persönlichkeit. Die GRÜNE JUGEND Bayern fordert daher die bayerische Staatsregierung auf, ein entsprechendes Verbot im Unterrichts- und Erziehungsgesetz zu verankern.“

Die Grüne Jugend Würzburg erklärt hierzu:

Die GRÜNE JUGEND Würzburg begrüßt den Beschluss des 37. Landesjugendkongresses der GRÜNEN JUGEND Bayern, sich gegen Dresscodes an Schulen einzusetzen und die Aufforderung an die Staatsregierung, ein entsprechendes Verbot im bayerischen Unterrichts- und Erziehungsgesetz zu verankern. Gerade weil der Landesjugendkongress in Würzburg stattfindet, ist das ein wichtiges Signal. Anfang Mai diesen Jahres hat das Würzburger Deutschhaus-Gymnasium mit der Einführung eines Dresscodes für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. Mit von Sexismus, Rape-Culture und Victim-Blaming geprägten Plakaten werden die Schüler*innen dazu angehalten, sich an die vom Schulforum vorgegebenen Regeln zu halten. Andernfalls droht die Stigmatisierung durch den Zwang, ein T-Shirt überzuziehen. Dies ist aus Sicht der GRÜNEN JUGEND Würzburg eindeutig ein Verstoß gegen das im Grundgesetz verbriefte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Das Deutschaus-Gymnasium versuchte zur Wahrung des Scheins, der ganzen Aktion einen demokratischen Anstrich zu geben, obwohl große Teile der Schüler*innen am Entscheidungsprozess gar nicht beteiligt waren und die Intention vor allem aus Teilen der Schulleitung und Elternschaft kam. Dass der Dresscode anschließend und bis heute trotz massiver Proteste vieler Schüler*innen nicht zurückgenommen wurde, ist sehr enttäuschend. Die GRÜNE JUGEND Würzburg fordert den neuen Schulleiter des Deutschhaus-Gymnasiums deswegen auf, diesem Irrsinn sofort ein Ende zu bereiten und stattdessen dem Sexismus den Kampf anzusagen. In unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft muss eine freie Wahl der Kleidung garantiert sein; Sexismus und andere Formen der Diskriminierung dürfen dagegen keinen Millimeter Platz bekommen.