Am Freitag, 4.12.15, will die Band frei.wild in der Posthalle ein Konzert geben. Frei.wild verbreiten mit ihren Texten immer wieder völkisches und nationalistisches Gedankengut. Zum Beispiel die Zeile „Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen – Wenn ihr euch Ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen“ – ein Satz, der frappierend der Nazi-Parole „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ ähnelt. In ihren Texten finden sich sowohl rassistische und antisemitische Motive, als auch Gewaltphantasien gegenüber Andersdenkenden, wie im Lied „Feinde deiner Feinde“. Frei.wild hat immer wieder versucht, sich von Nazis zu distanzieren. Deswegen verbreiten ihre Texte und ihr Auftreten ihr völkisch-nationalistisches Gedankengut in der Gesellschaft, ohne dass ein direkter Bezug zu organisierten Nazis hergestellt wird. Eine hochgefährliche Mischung, die durch ihre Ablehnung alles Andersartigem gegenüber den Nährboden für AfD, Pegida und in letzter Konsequenz auch die rassistischen Angriffe auf Flüchtlingsheime bietet.

Der Arbeitskreis „Mehr als 16a“ hat aus all diesen Gründen in einem offenen Brief den Betreiber der Posthalle, SPD-Stadtrat Jojo Schulz, aufgefordert, das Konzert abzusagen. Dieser Aufforderung schließen wir uns an. Leider wird es keine Absage geben – das Konzert soll wie geplant stattfinden. Wir finden: Gerade in diesen Zeiten der Gewalt gegen Asylsuchende darf die Verbreitung des völkischen Nationalismus nicht ohne direkten Widerspruch bleiben.

Daher haben wir eine Kundgebung unter dem Motto „Nationalismus raus aus den Köpfen: keine Bühne für frei.wild!“ am Freitag von 19-20 Uhr direkt vor dem Posthochhaus angemeldet. Wir rufen dazu auf, sich unserem Protest anzuschließen. Die Welt soll bunt werden, nicht braun!

Update

Die Kundgebung wurde von ca. 30-40 Menschen besucht, die lautstark und mit Transparenten ihren Unmut über Frei.Wild, deren Fans und den Nationalismus der Band und Fans demonstrierten. Für uns ein voller Erfolg!