Der sogenannte Gender Pay Gap (Differenz zwischen dem durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn von Frauen und Männern) lag in Deutschland 2015 bei 21%. Dies übertrifft deutlich den bereits bestürzend hohen EU-Durchschnitt von 16%. Um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Deutschland ist es somit offensichtlich nicht gut bestellt.

Abhängig von Wohnort und Arbeitsfeld ergeben sich wiederum auch innerhalb Deutschlands deutliche Diskrepanzen in der Höhe des Gender Pay Gap. Während er in Ostdeutschland bei „nur“ 9% liegt, beträgt er in Westdeutschland sogar 23%. Auch besteht ein enormer Unterschied zwischen dem Gender Pay Gap von 6% im öffentlichen Dienst und 24% in der Privatwirtschaft.

Die Ursachen sind vielfältig

Die erschreckende Höhe des Gender Pay Gaps wird durch eine Vielfalt an Faktoren ausgelöst. So werden zum Beispiel typische „Frauenberufe“ in der Gesellschaft weniger anerkannt als typische „Männerberufe“ und damit einhergehend auch weniger hoch vergütet. Gleichzeitig werden Frauen von klein auf durch die in der Gesellschaft vorherrschenden Stereotype in genau diese Berufe gedrängt. Zudem haben Männer im Durchschnitt eine höhere Arbeitsmarktbeteiligung (d.h. weniger Karriereunterbrechungen, mehr Überstunden), da sich Frauen oft einer Doppelbelastung aus Beruf und Familie ausgesetzt sehen. Auch sind Frauen in Führungspositionen in Wirtschaft und Politik unterrepräsentiert und haben aus diesem Grund wiederum weniger Möglichkeiten eben diese Ungleichheiten zu bekämpfen.

Selbst bei gleicher Tätigkeit verdienen Frauen 7% weniger

Selbst wenn all diese gesellschaftlich bestimmten Ungerechtigkeitsfaktoren herausgerechnet werden, bleibt ein ‚bereinigter‘ Gender Pay Gap von 7% bestehen. Das heißt, auch bei exakt gleicher Tätigkeit und Qualifikation verdienen Frauen 7% weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies zeigt deutlich wie stark die monetäre Diskriminierung in Deutschland selbst heutzutage noch ausgeprägt ist.

Aus diesem Grund ist es nötig eine grundlegende Änderung der in der Gesellschaft verankerten geschlechtsspezifischen Stereotype zu erreichen. Dies kann durch neue Gesetze und Initiativen unterstützt werden. Eine gesicherte Kinderbetreuung würde zum Beispiel die Doppelbelastung vieler Frauen verringern und ihnen somit mehr Aufstiegschancen bieten. Auch würde eine höhere Transparenz bei der Entlohnung es ermöglichen, Ungerechtigkeiten leichter aufzudecken und zu verhindern und eine ausgeweitete Frauenquote würde helfen die Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen zu bekämpfen.

Um auf diese Probleme aufmerksam zu machen, wird die GJ Würzburg am 9.07.2016 eine Aktion zu diesem Thema in der Würzburger Innenstadt starten. Kommt ab 12 Uhr zum Sternplatz, um mit uns Eis für den Feminismus zu essen!