Auf Facebook sind Stimmungsmache und hasserfüllte Parolen gegen Geflüchtete, antifaschistische Aktivist*innen und auch speziell gegen die GRÜNE JUGEND Würzburg nichts Neues; so hatte unser Kreisverband bereits im April in der Innenstadt eine Kampagne durchgeführt, um auch im analogen Raum auf den im Internet grassierenden Hass aufmerksam zu machen. Nun wurde die GJ Würzburg im Nachgang unsrer Demo gegen die Würzburger Burschenschaftsszene erneut auf Facebook in nicht akzeptabler Art und Weise angegangen.

Dies erscheint zunächst nicht weiter erwähnenswert. Jedoch handelt sich es dieses Mal bei der Verfasserin um Tanja Hamberger, die frühere CSU-Bürgermeisterkandidatin in Waldbüttelbrunn und bis heute amtierende Geschäftsleiterin im dortigen Rathaus.

In Zusammenhang mit der GJ Würzburg von „links-grün-versiffte[m] Pack“ gesprochen

Nachdem die Facebook-Seite „Blaulicht Würzburg“ einen Artikel geteilt hatte, in dem es darum ging, dass von Unbekannten vor einem Würzburger Verbindungshaus ausgepresste Hagebutten verteilt worden seien, äußerte Tanja Hamberger sich in einem Kommentar, in welchem sie scheinbar einen Zusammenhang mit der Demonstration der GJ Würzburg gegen die Würzburger Burschenschaftsszene zieht, folgendermaßen

„Es ist einfach unglaublich, was dieses links-grün-versiffte Pack macht! Die Demo der Grünen-Jugend war schon ein Witz! Hauptsache Polizisten müssen wieder Überstunden wegen solchen lächerlichen Kids schieben. DAS ist zum KOTZEN!“

Hass reicht bis in die sogenannte Mitte der Gesellschaft

Diese AfDSprache aus dem Mund einer ehemaligen CSU-Bürgermeisterkandidatin zu hören ist schlichtweg schockierend und zeigt, wie verroht der politische Diskurs bis weit hinein in die sogenannte gesellschaftliche Mitte inzwischen ist. Zudem wird uns implizit unser im Grundgesetz garantiertes Recht auf Versammlungsfreiheit abgesprochen.

Wir fordern den CSU-Ortsverband Waldbüttelbrunn und den CSU-Kreisverband Würzburg-Land auf, sich hierzu zu erklären und sich von der früheren CSU-Bürgermeisterkandidatin zu distanzieren. Es liegt nun an den lokalen CSU-Vertreter*innen deutlich zu machen, dass dieser Ausfall nicht ihre Partei repräsentiert und eine Annäherung an die AfD nicht gewünscht ist.

Zweifel an Neutralität als Verwaltungschefin

Die Aussagen von Frau Tanja Hamberger werden dadurch noch problematischer, dass sie beruflich als Rathaus-Geschäftsleiterin der Gemeinde Waldbüttelbrunn tätig ist. Dort existiert im Gemeinderat eine dreiköpfige Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, deren Jugendorganisation die GRÜNE JUGEND ist. Auch wenn sie privat getätigt werden solche Aussagen lassen große Zweifel an der Neutralität Frau Hambergers aufkommen. Wie kann sie beispielsweise Anträge der dortigen GRÜNEN-Fraktion noch neutral bewerten, wenn sie in Bezug auf den lokalen GJ-Kreisverband von „links-grün-versiffte[m] Pack“ spricht? Diese Fragen müssen jedoch letztlich von den Verantwortlichen in Waldbüttelbrunn beantwortet werden. 

Hier kann der komplette Kommentarthread nachvollzogen werden.