Zum Abschluss der diesjährigen Stadtradeln-Aktion in Würzburg, bei der Fahrradfahrer*innen ihre gefahrenen Kilometer eintragen und die CO2-Ersparnis erfahren können, erklärt die Grüne Jugend Würzburg: 

Am Stadtradeln teilnehmen allein reicht nicht!

Wir freuen uns sehr, dass Würzburg auch in diesem Jahr als Kommune am Stadtradeln teilgenommen hat. Das ist uns aber nicht genug: Würzburg muss endlich fahrradfreundlicher werden! Im Fahrradklimatest des ADFC liegt Würzburg auf dem vorletzten Rang bei den bewerteten bayerischen Städten

Milena Merkel, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Würzburg, erklärt:

„Wir haben beim Stadtradeln als Gruppe teilgenommen und festgestellt: Würzburg belegt diesen Platz völlig zurecht. Überall in der Stadt fehlen Radwege und wenn es welche gibt, enden sie auch schon mal im Nichts. Viel zu oft müssen sich Radler*innen und Autos die Fahrbahn teilen. Daraus resultieren – insbesondere an der Strecke über Annastraße und Rottendorfer Straße ans Hubland, aber auch anderswo – viele gefährliche Stellen für Radfahrer*innen. Um darauf aufmerksam zu machen, haben Aktivist*innen der GRÜNEN JUGEND Würzburg in der vergangenen Woche einige dieser Stellen mit Sprühkreide und entsprechenden Forderungen markiert.“ 

Sebastian Hansen, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Würzburg, ergänzt:

„Verbesserungen für den Radverkehr sind dringend notwendig! Mit dem im vergangenen Herbst im Stadtrat einstimmig verabschiedeten Radverkehrskonzept liegt eigentlich ein detaillierter Plan vor, der endlich zügig umgesetzt werden muss. Wir fordern wie im Plan vorgesehen die sofortige Freigabe der zahlreichen Einbahnstraßen in der Innenstadt in beide Richtungen für Radfahrer*innen und eine großzügige Erhöhung der Fahrradstellplätze in der Innenstadt und an den Universitätsstandorten. Hierfür sollten insbesondere Autostellplätze herangezogen werden. Doch auch das Radwegekonzept geht uns zum Teil nicht weit genug. Statt den im Plan vor allem empfohlenen Schutzstreifen müssen an Hauptverkehrsstraßen echte Radwege her, die eine klare räumliche Trennung zwischen Rad- und Autoverkehr ermöglichen.“ 

 

Die Alte Mainbrücke muss für Radler*innen nutzbar sein!

Darüber hinaus fordert die GRÜNE JUGEND Würzburg die Abschaffung der sogenannten „Bettelampeln“, an denen Radfahrer*innen und Fußgänger*innen Grünlicht anfordern müssen, dass rote Ampeln für Radfahrer*innen nur noch als Stoppschild gelten und die kostenlose Mitnahme von Rädern in Bussen und Straßenbahnen. Zudem muss für die alte Mainbrücke schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden, die allen Nutzer*innen gerecht wird und eine reibungslose Nutzung der Brücke durch Radfahrer*innen garantiert. 

Menschengerechte statt autogerechte Stadt!

Generell fordern wir, dass die Stadt Würzburg bei verkehrspolitischen Maßnahmen den Radverkehr gegenüber dem Autoverkehr priorisiert. Die Stadt sollte bei der Schaffung von echten Radwegen auch nicht vor einer Reduzierung des Parkraums für Autos zurückschrecken. Mindestens mittelfristig wünschen wir uns zudem einen autofreien Bischofshut. Für Anwohner*innen und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen sollen dabei Ausnahmeregelungen gelten. Unser Ziel ist eine menschen- und keine autogerechte Stadt! Um ein fahrradfreudliches Klima in der Stadt zu erzeugen, können Stadtspitze und Stadtrat mit gutem Beispiel vorangehen und öffentliche Termine in Würzburg stets mit dem Fahrrad absolvieren.