Die bayerische CSU-Staatsregierung hat angekündigt, eine bayrische Reiterstaffel aufbauen zu wollen. Circa 200 Pferde sollen bayernweit in verschiedenen Großstädten trainiert und einsatzbereit gemacht werden, damit sie regional bei größeren Polizeiaktionen aushelfen können. Aktuell stehen 40 Pferde in Oberbayern, welche Kosten in Höhe von 400.000 Euro verursachen. In Würzburg sollen laut Informationen der Mainpost eine Einheit von 20 bis 25 Reiter*innen entstehen.

Florian Leiner, Beisitzer im Vorstand der GRÜNEN JUGEND Würzburg erklärt:
„Wenn die Gewerkschaft der Polizei in Unterfranken sich ganz klar gegen den Aufbau einer Reiterstaffel ausspricht und stattdessen mehr Personal fordert und darauf hinweist, dass ein massiver Investitionsrückstau existiert und viele Polizeidienststellen dringend renovierungsbedürftig sind, dann weiß Markus Söder genau, was zu tun ist: eine Reiterstaffel aufbauen! Jetzt mal im Ernst: diese Idee ist realitätsfern und sollte ganz schnell wieder verworfen werden! Wir haben in den letzten Wochen massiv gegen das PAG demonstriert, weil wir eine bürgernahe Polizei auf Augenhöhe wollen und keine die mit Kameras und Trojanern oder vom hohen Ross über uns wacht!“

Paulina Vogel, Beisitzerin im Vorstand der GRÜNEN JUGEND Würzburg ergänzt:
„Das Geld zum Aufbauen einer Reiterstaffel wäre an anderer Stelle sehr viel besser angelegt. Markus Söder muss endlich aufhören Dinge anzukündigen, ohne die Meinung von Sachverständigen und Betroffenen anzuhören. Würzburg braucht keine Reiterstaffel, genauso wenig wie irgendeine andere Großstadt in Bayern. Statt an diesem unsinnigen Vorschlag festzuhalten, sollten die Bedürfnisse der Menschen und der Stadt wahrgenommen werden: in Würzburg gibt es keinen Bedarf an berittener Polizei, die hier ablaufenden großen Demonstrationen liefen bisher immer friedlich ab. Beispiele sind die Gegendemo zur Demo vom Dritten Weg am 18.02.17 und die noPAG-Demo am 21.04.18 mit je mehreren tausenden Demonstrierenden. Wir fordern, dass der Plan, eine Kavallerie in Unterfranken aufzubauen, verworfen wird und stattdessen der unterfränkischen Polizei mehr Ressourcen zur Modernisierung und Personalaufstockung zur Verfügung gestellt wird!“