Nachdem die CSU-Stadtratsfraktion am 16. Januar 2019 einen Antrag zur Abstimmung gebracht hat, mit dem beschlossen wurde, dass sich die Verwaltung nach den Sperrzeiten in anderen bayerischen Städten erkundigen solle, kritisiert die Grüne Jugend Würzburg diesen Vorstoß. Ihren Antrag begründet die CSU mit der Sorge um die „Sicherheit im Innenstadtbereich, insbesondere nachts und in den frühen Morgenstunden.“ Dabei beziehen sie sich auf einen Bericht des Würzburger Polizeidirektors Klaus Böhm, sowie auf Erfahrungen aus anderen bayerischen Städten, in denen die Sperrstunde bereits verlängert wurde. Auch wenn die CSU-Fraktion betont, dass es sich nicht um einen Antrag zur tatsächlichen Verlängerung der Sperrstunde handle, sondern lediglich um das Einholen einer „Erfahrungssammlung“, stellt der Antrag bereits einen vermeintlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Einführen einer Sperrzeit und dem Rückgang von Alkoholmissbrauch und Schlägereien her.

„Wir halten die Verlängerung der Sperrstunde nicht für ein effektives Instrument, um Kriminalität zu bekämpfen. Dass der erhoffte Effekt nicht eintritt, wurde bereits in einer Studie der Universitäten Bamberg und Dresden nachgewiesen. Obwohl diese Ergebnisse vorliegen, sollen nun die Würzburger Verwaltung und Polizei eigene Recherchen anstellen?“ kritisiert Konstantin MackSpitzenkandidat für den Stadtrat der Grünen Jugend Würzburg.

„In Würzburg gibt es bereits die Initiative Safer Party. Teilnehmende Lokalitäten haben damit die Möglichkeit, Störenfriede und gewalttätige Menschen rauszuschmeißen und ggf. Hausverbote zu erteilen. Solche Projekte sollen unterstützt und ausgebaut werden, ohne dass – wie bei einer Verlängerung der Sperrzeit – alle Feier-Freudigen in Generalverdacht gestellt und bestraft werden!“ ergänzt Magdalena Laier, Sprecherin der Grünen Jugend Würzburg.

Nichtsdestotrotz sind wir gespannt auf die Ergebnisse, zu denen Verwaltung und Polizei kommen werden. Wir werden die Debatte auf jeden Fall weiter kritisch begleiten und etwaige Vorstöße, auch in Würzburg die Sperrstunde auszubauen, aufs Schärfste kritisieren!“ fasst Paulina Vogel, Sprecherin der Grünen Jugend Würzburg den Standpunkt selbiger zusammen.