Stellungnahme der Grünen Jugend zur geplanten Auszeichnung der Stadt Würzburg als „fahrradfreundliche Kommune“

Seit fünf Jahren bemüht sich die Stadt Würzburg bereits darum, als „fahrradfreundliche Kommune“ ausgezeichnet zu werden. Dies geschah aufgrund eines Antrags der Grünen Stadtratsfraktion. Am 12. September soll nun die „Hauptbereisung“ der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) stattfinden, nach der beurteilt wird, ob Würzburgs Radinfrastruktur die Bezeichnung als „fahrradfreundlich“ verdient. Zwar hat die Stadt Würzburg in den letzten Jahren etwas nachgebessert, trotzdem ist die Situation für Radfahrende immer noch katastrophal. Die Grüne Jugend Würzburg äußert sich dazu wie folgt:

„Wir freuen uns, dass sich die Stadt um die Auszeichnung „fahrradfreundliche Kommune“ bemüht und wir begrüßen das Interesse, den Radverkehr in Würzburg attraktiver zu gestalten.“, so Magdalena Laier, Spitzenkandidatin der Grünen Jugend zur Stadtratswahl. „Damit Menschen jeden Alters in Würzburg angstfrei mit dem Fahrrad unterwegs sein können, muss aber noch deutlich mehr getan werden.“ Denn in Würzburg gilt noch immer, dass das Hauptaugenmerk in der Verkehrsplanung auf dem Komfort der PKWs liegt. Um mehr Menschen zum Umsteigen vom Auto aufs Fahrrad zu überzeugen, brauchen wir eine komfortable und sichere Radinfrastruktur, die die Radfahrer*innen ohne Umwege ans Ziel bringt und gut mit dem ÖPNV und Carsharing kombinierbar ist. Das schließt auch die Möglichkeit ein, Fahrräder an wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie dem Hauptbahnhof sicher und witterungsgeschützt abzustellen.

„Ich glaube, in Würzburg steckt noch sehr viel Potenzial – deshalb wollen wir den Anteil des Radverkehrs nicht nur auf 16%, sondern bis 2030 auf 50% erhöhen! Im Hinblick auf Nachhaltigkeit ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel schlechthin: es ist leise, emmissionslos und braucht nur wenig Platz. Bislang ist Würzburg leider vor allem ein Negativbeispiel für Fahrradfreundlichkeit, sodass wir in den Rankings des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) regelmäßig auf den hinteren Plätzen landen. Kein Wunder angesichts der Salamitaktik von Stadt und Verwaltung!“, sagt Konstantin Mack, Spitzenkandidat der Grünen Jugend zur Stadtratswahl. Zwar gibt es in Würzburg mittlerweile einige Schutzstreifen, diese sind allerdings an manchen Streckenabschnitten zu schmal oder hören willkürlich auf. Die Grüne Jugend Würzburg fordert breite, baulich getrennte Radspuren (sogenannte „Protected Bike Lanes“) statt Schutzstreifen an viel befahrenen Straßen, um die Sicherheit von Radfahrer*innen zu gewährleisten. Konstantin Mack ergänzt dazu: „Wenn die Auszeichnung als „fahrradfreundliche Kommune“ wirklich etwas bedeuten soll, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Radverkehr in Würzburg auch langfristig sicher und attraktiv zu gestalten.“