Hast du dir schon mal bewusst Gedanken über die Verwendung verschiedener Pronomen gemacht? Wonach entscheidest du, wie du eine fremde Person ansprichst?

Viele cis-Menschen machen sich darüber überhaupt keine Gedanken und sehen es als selbstverständlich an, mit dem richtigen Pronomen bezeichnet zu werden.

Für genderqueere Menschen (*) gilt dies nicht. Oft müssen sie es aushalten, falsch angesprochen zu werden oder ihren Mitmenschen erklären, welches Pronomen das Richtige ist.

Deswegen können wir nur wieder betonen: Für jede Person sollte genau das Pronomen verwendet werden, das diese sich ausgesucht hat und am zutreffendsten findet, deshalb frag im Zweifel einfach nach!

Vor allem für Menschen mit nicht-binärer Geschlechtsidentität ist es allerdings schwer, überhaupt ein Pronomen zu finden, mit dem sie sich identifizieren können. Denn unsere Sprache beruht auf einer extrem cis-heteronormativen, binären Geschlechterordnung. Im Englischen gibt es ein genderneutrales Pronomen („they“), im Deutschen leider nicht: „Sie“ wird als eindeutig weiblich, „er“ als eindeutig männlich begriffen. Alternativen wie z. B. „xier“ oder auch dem anglizismus „they“ konnten sich noch nicht wirklich durchsetzen.

Das führt auch dazu, dass Stereotype und Rollenbilder gefestigt und verstärkt werden. Zum Beispiel würden viele Deutsche einen Mann, der gerne Ballett tanzt oder sich regelmäßig schminkt, als feminin beschreiben, obwohl beides Interessen oder Vorlieben sind und absolut nichts mit dem biologischen oder sozialen Geschlecht einer Person zu tun haben.

Pronomen sind also mehr als nur einfache „Fürwörter“ wie sie in der der Grundschule genannt werden. Sie bestimmen unsere Sprache, und Sprache bestimmt Denken – darum wollen wir als Grüne Jugend eine Sprache, die die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegelt!


(*) dazu zählen beispielsweise trans Menschen, wie z. B. Personen aus dem non-binary Spektrum und viele andere Geschlechtsidenditäten. Einen ausführlicheren Beitrag dazu gibt’s hier auf unserer Website: