Gestern ist „Eltern stehen auf“ aus dem Querdenker:innenspektrum wieder durch die Stadt gelaufen, diesmal als Faschingszug getarnt. Mit Kostümierung, umgedichteten Partyliedern und als Umzugswagen gestalteten Autos wollten sie den alljährlich stattfindenden Faschingsumzug für ihre Ideologie vereinnahmen und haben passend dazu ihre Kinder instrumentalisiert. Wie jedes Mal haben sie sich nicht an Abstände gehalten, Masken teils nur nach Aufforderung der Polizei aufgezogen und im Anschluss daran gab es eine komplett maskenlose Corona-Party.

Mitgelaufen ist dabei unter anderem ein Mitglied der Neonazi-Partei „Der III. Weg“. Bei der anschließenden Kundgebung wurde zum wiederholten Male rechtes Gedankengut reproduziert. Während des Demozuges wurden von Mitlaufenden Gewaltfantasien geäußert, so solle die Gegendemo von der Polizei niedergeknüppelt werden.

Verstöße gegen Hygieneregeln und Auflagen auf Seite von „Eltern stehen auf“ wurden von der Polizei entweder ignoriert oder es wurde nur sehr zaghaft etwas dagegen unternommen. Anstatt Verstöße gegen die Maskenpflicht zu ahnden, wurden Teilnehmer:innen des Umzuges mehrfach aufgefordert, die Maske wieder aufzuziehen. Anstatt die Demo aufgrund mangelnder Sicherheitsabstände aufzulösen, wurde nichts getan.

Zurückhaltenden Umgang mit der Gegendemo kann man der Bereitschaftspolizei wiederum nicht vorwerfen. Schnell wurde mit Schlagstöcken gedroht, Demonstrierende ohne Möglichkeit zum Einhalten des Mindestabstandes eingekesselt und gewaltsam von der Alten Mainbrücke vertrieben. Antifa Würzburg spricht davon, dass auf gestürzte Gegendemonstarnt:innen eingetreten wurde. Trotzdem ist es der Gegendemonstration – an denen wir uns als GRÜNE JUGEND auch beteiligt haben – mehrfach gelungen, die Demonstration mit Blockaden zeitweise aufzuhalten.
 Des weiteren wurden Vorwürfe laut, nach denen die Polizei sich einer Person gegenüber extrem übergriffig verhalten, sie ohne sinnvollen Grund durchsucht und gedemütigt habe. Wir fordern eine zeitnahe, vollständige und transparente Aufklärung dieser Situation!

Am diesjährigen Rosenmontag hat sich so wieder einmal gezeigt,  dass Identifikationsnummern bei der Polizei so wie eine unabhängige Beschwerdestelle zwingend erforderlich sind.

Zudem muss die Polizei aufhören, Demos von rechten Verschwörungsideolog:innen und linken Gegenprotest mit zweierlei Maß zu messen.