2. Juni 2022

Staat vs. Fans? Erfolgreiche Veranstaltung der GRÜNEN JUGEND Würzburg zum polizeilichen Umgang mit Fußballfans



Rund 50 Menschen, darunter einige Fußballfans, waren am Mittwoch zu einer Veranstaltung der GRÜNEN JUGEND Würzburg zum polizeilichen Umgang mit Fußballfans in die Eichhornstraße gekommen. Bei der Diskussionsrunde, die im Kontext der Innenminister*innenkonferenz in Würzburg stand, wurde die Frage aufgeworfen, ob die Sicherheitsbehörden zu hart und repressiv mit Fußballfans umgehen. Als Gäste hatte die GRÜNE JUGEND Madeleine Henfling, Landtagsabgeordnete aus Thüringen und dort innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, und Volker Goll, Vorsitzender der Grünen Unterfranken und langjähriger Mitarbeiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, gewinnen können. Moderiert wurde die Veranstaltung von Kreisrat Sebastian Hansen. Dieser sprach zunächst die zuletzt publik gewordenen Datensammlungen der Polizei über Fußballfans an, in denen auch die Daten von Fans gespeichert wurden, die sich nichts zuschulden kommen ließen. Diese Sorge wurde auch durch Wortmeldungen aus dem Publikum deutlich. Henfling plädierte für die Abschaffung und stellte fest, dass durch intransparente Datensammlungen die eigentlich garantierten Rechtsmittel ausgehebelt werden. Ebenso sprach sie sich für eine Kennzeichnungspflicht für Polizist*innen in allen Bundesländern aus. Weil in Bayern ein Fall von Polizeigewalt gegen 1860-Fans nicht aufgeklärt werden konnte, hatte der EGMR den Freistaat gerügt. „Wer das Gewaltmonopol ausübt, muss sich für seine Taten im Zweifel auch verantworten.“, so Henfling. Goll machte deutlich, dass eine bessere Kommunikation zwischen den Fans und den Sicherheitsbehörden notwendig sei und Fankultur eine positive gesellschaftliche Bedeutung habe: „Das Stadion ist auch ein kultureller und sozialer Raum für junge Menschen. Das muss der Staat in gewisser Weise akzeptieren.“ Er berichtete zudem von seinen eigenen Erfahrungen. Sowohl Henfling als auch Goll erwarten von der derzeit in Würzburg stattfindenden Innenminister*innenkonferenz, dass die Polizei bürger*innennäher und transparenter wird. Außerdem könne Innenpolitik nicht immer nur das Verschärfen von Gesetzen bedeuten. Prävention- so wie sie beispielsweise durch die sozialpädagogischen Fanprojekte geleistet würde – sei nicht nur besser als Represssion, sondern verursache auch weniger gesamtgesellschaftliche Kosten.



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