24. November 2025

Patriarchale Gewalt ist Alltag, kein Einzelfall!



Fast täglich wird in Deutschland eine Frau getötet, weil sie eine Frau ist. Das sind Femizide, weder Einzelfälle noch Familiendramen, sondern Ausdruck eines tief verwurzelten strukturellen Problems. Sexistische, transfeindliche und antifeministische Gewalt nimmt weiter zu, während Politik und Gesellschaft wegsehen.

Jede dritte Frau in Deutschland erlebt im Laufe ihres Lebens sexualisierte Gewalt und die Dunkelziffer bleibt erschreckend hoch. Doch geschlechtsspezifische Gewalt trifft nicht nur Frauen, sondern auch INTA*- (Inter, Nicht-Binäre, Trans* und Agender-) Personen. Diese erleben vielfältige und oft spezifische Formen von Gewalt und Diskriminierung, die häufig übersehen oder unsichtbar gemacht werden. Gerade in Zeiten zunehmender queer- und transfeindlicher Hetze verschärft sich die Bedrohungslage für diese Gruppen.
Deshalb braucht es intersektionale Schutz- und Unterstützungsangebote, die auf die unterschiedlichen Lebensrealitäten von FLINTA* (Frauen, Lesben, Inter, Nicht-Binäre, Trans und Agender-) Personen eingehen.

Diese Gewalt kommt nicht aus dem Nichts. Sie wird befeuert von einem gesellschaftlichen Klima, das antifeministische Hetze immer lauter werden lässt. Rechte Gruppierungen, insbesondere die AfD, verbreiten offen Misogynie, Queerfeindlichkeit und Hass auf Emanzipation, online sowie offline. Wer Gleichstellung zurückdrehen will, legitimiert Gewalt. Und wer schweigt, macht sich mitschuldig.

„Seit Jahren reden wir über Femizide und sexualisierte Gewalt, doch die Politik handelt nicht entschlossen genug“, erklärt Mathilda Oechslein, Sprecher*in der GRÜNEN JUGEND Würzburg. „Obwohl die Istanbul-Konvention seit Jahren gilt, fehlen noch immer Schutzplätze, Beratungsangebote und feministische Bildungsarbeit. Statt Worte brauchen wir endlich Taten und das überall: in Schulen, auf Social Media, in der Justiz und Politik.“

Die GRÜNE JUGEND Würzburg fordert einen konsequenten Schutz von FLINTA*-Personen und entschlossenes Handeln gegen patriarchale Gewaltstrukturen. Dazu gehören:

  • Verbindliche Finanzierung von Frauenhäusern, Schutzplätzen und queeren Anlaufstellen.
  • Feministische Bildungsarbeit, die patriarchale Denkmuster von klein auf hinterfragt und aufbricht.
  • Klare Konsequenzen für Täter und konsequente Solidarität mit Betroffenen.
  • Die Anerkennung von Femiziden als eigenen Straftatbestand.
  • Einen entschlossenen Kampf gegen rechte und antifeministische Hetze, auch im digitalen Raum.
  • Eine systematische Erfassung von geschlechtsspezifischer Gewalt, auch an Inter-, Nicht-Binären, Trans und Agender-Personen.

Die GRÜNE JUGEND Würzburg steht solidarisch an der Seite aller FLINTA*-Personen, ob auf der Straße, im Netz oder in der Politik. Gewalt ist keine Privatsache, sondern ein Angriff auf unsere freiheitlich demokratische Gesellschaft.
Es ist höchste Zeit, das Patriachat anzugriefen, um echte Gleichberechtigung durchzusetzen.



← zurück