Kein abgeschlossenes Kapitel: Internationaler Tag gegen Rassismus
Am 21. März jährt sich der internationale Tag gegen Rassismus, seit seiner Ausrufung durch die Vereinten Nationen 1966, zum 60. Mal. Er erinnert an das Massaker in Sharpeville im Jahr 1960, bei dem das südafrikanische Apartheidregime 69 Menschen erschoss und fast 300 Menschen verletzte, die friedlich gegen die rassistischen Gesetze in Südafrika protestierten. Augenzeugen berichten sogar von höheren Opferzahlen. Der Tag zeigt bis heute, welche tödlichen Konsequenzen besonders struktureller und staatlicher Rassismus haben kann.
Doch Rassismus ist kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte. Rassistische Strukturen sind tief in den Gesellschaften der westlichen Welt verankert. Sichtbar wird dies an stigmatisierenden gesellschaftlichen Strukturen, diskriminierenden politischen Entscheidungen sowie in öffentlichen Debatten, wie zuletzt die stark aufgeheizte Migrationsdebatte in Deutschland zur Bundestagswahl 2025.
Auch die Zahlen sprechen für sich: Die Zahl rassistisch motivierter Hass- und Straftaten steigt in einem rapiden Tempo und befindet sich auf einem alarmierend hohen Niveau. Dadurch sind BPoC (Black and People of Color) einem sich immer weiter zuspitzenden diskriminierenden Klima ausgesetzt, in welchem die Angst vor Stigmatisierung, Ausgrenzung und Gewalt auf der Tagesordnung steht.
Das politische Tagesgeschäft der vergangenen Jahre hat zur Normalisierung von Diskriminierung und Ausgrenzung beigetragen: Migrationspolitische Verschärfungen, Aussagen von Merz und Co. zu “kleinen Paschas” sowie die Salonfähigkeit von menschenverachtender Sprache durch die AfD.
Doch die progressiven politischen Kräfte sind nicht davon ausgenommen. Die Grünen sowie die SPD haben, während ihrer Zeit in der Ampel, Asylrechtsverschärfungen erlassen und das GEAS als historischen Erfolg gefeiert. Nach dem Bruch der Ampel bedienten sie sich wie Merz und co. von rassistischen Narrativen, wie Robert Habeck mit seinem “10-Punkte Plan” zeigte, bei dem Sicherheitspolitik und Migrationspolitik miteinander vermischt wurden.
“Wir als GRÜNE JUGEND Würzburg stellen uns entschlossen gegen jede Form von Rassismus, nach außen hin sowie auch innerparteilich”, erklärte Kai Frescher, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Würzburg. “Denn auch wir sind nicht frei von rassistischen Denkmustern. Der Rassismus ist tief in den Strukturen der westlichen Welt verankert. Alleine, dass Deutschland sich nicht mit seiner kolonialen Geschichte sowie dem Völkermord an den Herero und Nama auseinandergesetzt hat, zeigt wie verfestigt rassistisches Denken in unserem Staat ist”
Gerade deshalb braucht es auch eine ehrliche Selbstkritik. Denn wenn schon Grüne Spitzenpolitiker*innen in Talk-Shows diskutieren, welche Geflüchteten “genug arbeiten” und deshalb bleiben dürfen, läuft etwas in eine ganz falsche Richtung.
“Antirassismus bedeutet für uns als GRÜNE JUGEND Würzburg mehr als Symbolpolitik. Es bedeutet klare politische Konsequenzen zu ziehen und rassistische Strukturen aktiv entgegenzutreten, auch dann wenn es unbequem ist”, ergänzt Mathilda Oechslein, Sprecher*in der GRÜNEN JUGEND Würzburg.
Daher fordern wir:
- die konsequente Verteidigung des Rechts auf Asyl.
- eine klare Absage an jede Form von Nützlichkeitsrassismus.
- den aktiven Abbau struktureller Diskriminierung in gesellschaftlichen Institutionen.
- eine stärkere Verankerung der Aufarbeitung kolonialer Verbrechen im Bildungssystem.
Der internationale Tag gegen Rassismus darf kein bloßer symbolischer Gedenktag sein. Er ist ein politischer Auftrag an alle demokratischen Kräfte, Rassismus sichtbar zu machen und konsequent zu bekämpfen. Jeden Tag.
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