Cannabis ist kein Brokkoli – und blinde Verbote keine gute Drogenpolitik
Leberzirrhose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und mehrere tausend Tote jährlich. Wer als Ursache dabei an illegale Substanzen denkt, liegt falsch. Verantwortlich für diese Zahlen ist vor allem eine legale Droge: Alkohol, die deutsche Kulturdroge Nummer eins. Trotz der bekannten Schäden von Alkoholkonsum wird die politische Debatte, insbesondere durch konservative Stimmen, weiterhin vor allem gegen Cannabis geführt.
Dabei zeigt auch die aktuelle Evaluation der Teillegalisierung von Cannabis (EKOCAN), angestoßen durch die Bundesregierung, dass Deutschland auch nach zwei Jahren nach der Teillegalisierung nicht zu einer faulen “Kiffernation” geworden ist. Im Gegenteil deuten erste Ergebnisse darauf hin, dass der Schwarzmarkt teilweise zurückgedrängt wurde und der Konsum unter Jugendlichen nicht gestiegen, sondern teilweise sogar leicht rückläufig ist.
Hierzu äußert sich Mathilda Oechslein, Sprecher*in der GJ Würzburg, wie folgt: “Kinder- und Jugendschutz gelingt am besten durch Aufklärung, Prävention und einen Zugang zu sicherem Cannabis und nicht durch Stigmatisierung, Bußgelder oder sogar Gefängnisstrafen. Jugendliche schützt man nicht durch Verbote und Suchterkrankte werden nicht durch Bußgelder geheilt.”
Ähnlich äußert sich Markus Mader, Vorsitzender der Jusos Würzburg: “Die CSU zelebriert den Bierkonsum trotz zehntausender Alkoholtoter jedes Jahr, verteufelt aber Cannabis trotz null Todesopfer. Das ist populistisch und hat mit der Realität nichts zu tun. Die Gerichte haben das Cannabisverbot im Englischen Garten in München deshalb gekippt und der Bayerischen Landesregierung damit gezeigt, dass sie mit Unwahrheiten nicht einfach so durchkommt.”



“Die geplanten Rückschritte, wie etwa ein diskutiertes Versandverbot, ist ein Konjunkturprogramm für den Schwarzmarkt. Das Einzige, was die Union mit solchen Vorstößen erreicht, ist die Schaffung von Arbeitsplätzen für Dealer im Ringpark”, so Kai Frescher, Sprecher der GRÜNEN JUGEND. “Konsum wird es immer geben, ob kriminalisiert oder legal. Eine ernsthafte Drogenpolitik erkennt an, dass der Staat Konsument*innen besser durch Konzepte wie Harm Reduction und Aufklärungsarbeit auf Augenhöhe schützt als durch hohe Bußgelder für Joints in bayerischen Biergärten.”
“Wir als junge progressive Stimmen machen deutlich: Eine zukunftsorientierte Drogenpolitik muss sich an Gesundheitsschutz und der Lebensrealität der Menschen orientieren, nicht an ideologischen Vorstößen und Symbolpolitik. Würzburg darf nicht wieder Chancen für eine moderne und kontrollierte Drogenpolitik verspielen, wie bereits 2023 bei der gescheiterten Abstimmung zur Cannabis-Modellregion”, so Emili Odenwald von den Jusos Würzburg.
Am 20.04 sollte es nicht nur ums Bauen und Anhauen gehen, sondern um eine Drogenpolitik, die schützt anstatt zu bestrafen. Dafür fordern wir:
- Den Ausbau von Harm-Reduction-Maßnahmen und niedrigschwelligen Hilfsangeboten in der Stadt Würzburg
- Eine klare Unterstützung der Teillegalisierung durch Mandatsträger*innen unserer Parteien
- Eine Aufklärungsarbeit, die Konsumierende nicht stigmatisiert und Jugendliche wirklich erreicht
- Die Vereinfachung der Vorgaben für Anbauvereinigungen
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