Nicht erst seit Beginn der großen Fluchtbewegungen in Europa letzten Sommer, allerdings dadurch verstärkt, werden soziale Medien wie Facebook von rassistischen und menschenfeindlichen Kommentaren geradezu überschwemmt. Auch auf Würzburg-bezogenen Facebook-Seiten wie z.B. Würzburg erleben, Main-Post, Radio Gong oder Blaulicht Würzburg können solche Kommentare insbesondere auch seit dem Jahreswechsel verstärkt nicht nur unter Postings mit Bezug zu Flüchtlingen beobachtet werden. Einige der Kommentare sind justiziabel, andere wiederum „nur“ rassistisch und menschenverachtend.

Dass solche Kommentare von Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft verfasst werden, zeigt, dass Rassismus in Deutschland nicht, wie behauptet, nur ein Problem eines wie auch immer gearteten rechten Randes ist, sondern im Gegenteil tief in der Mehrheitsgesellschaft verankert. Dass kaum jemand den Rassist*innen widerspricht, ist erschreckend und ein Hinweis auf die Gleichgültigkeit vieler Menschen gegenüber menschenverachtenden, rassistischen Strömungen in der Gesellschaft.

Wir als GRÜNE JUGEND Würzburg können und wollen dies auf keinen Fall hinnehmen! Ein Grund für die fehlende Aufmerksamkeit in der Gesellschaft ist, dass die Rassist*innen in der vermeintlich anonymen Welt der sozialen Medien agieren und ihr Rassismus von vielen andersdenkenden Menschen schlicht übersehen wird. Um dem entgegenzuwirken, haben wir diesen Rassismus aus der Deckung geholt und dafür über Wochen rassistische und menschenverachtende Kommentare auf Würzburger Facebook-Seiten gesammelt. Die Screenshots dieser Kommentare stellen wir nun seit Mittwoch für eine Woche unter dem Motto „Was wäre, wenn auch im Real Life an jeder Ecke ein Hasskommentar hinge?“ auf Plakaten in der Würzburger Innenstadt aus und bringen sie so ins „Offline-Bewusstsein“ der Würzburger Bevölkerung. Damit die rassistischen Hasskommentare nicht unwidersprochen bleiben, haben wir jeden Kommentar einzeln erwidert.

Wir hoffen, dass durch die Aktion mehr Menschen auf den rassistischen Hass im Raum Würzburg aufmerksam werden und diesem endlich überall – ob im Internet oder auf der Straße – widersprechen. Wir können die massenhafte Verbreitung von rassistischem und menschenverachtendem Gedankengut nicht einfach so geschehen lassen! Kein Fußbreit dem Faschismus!

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Beispiel für zwei der Hasskommentare