Am heutigen frühen Silvestertag wurde am Rande des Würzburger Markts ein abstruses Schauspiel veranstaltet; die Faschist*innen von „Fellbach wehrt sich“ hatten zu einer „Gedenkveranstaltung“ geladen, um die Opfer islamistischen Terrors für ihre Hassbotschaften zu missbrauchen. „Fellbach wehrt sich“ ist eine faschistische Gruppierung aus der gleichnamigen Stadt bei Stuttgart; auf ihrer Facebookseite wird Hetze gegen Geflüchtete verbreitet und u.a. auch der Holocaust geleugnet.

Ein Häufchen von ungefähr 10 Leuten fand sich zusammen, die sich anscheinend fast alle aus dem Raum Stuttgart kommend verirrt hatten. Gegendemonstrierende wurden von der kleinen Menge frauen- und schwulenfeindlich beleidigt.

Auch ein sogenannter „Reichsbürger“ bei der Versammlung dabei

Mit dabei: Joachim Wiener, bekannter „Reichsbürger“ aus Würzburg.

Joachim Wiener bei der Demo

Joachim Wiener bei der Demo

Auf Facebook postete Wiener unlängst seinen „Reichsbürgerausweis“ und verbreitet zudem Verschwörungstheorien und antisemitische Hetze.

"Reichsbürgerausweis"

„Reichsbürgerausweis“ Wieners auf Facebook

Polizei völlig unvorbereitet

Erschreckenderweise war die Polizei zunächst gar nicht vor Ort und als sie schließlich erschien, hatte sie offensichtlich keinen blassen Schimmer, mit wem sie es da eigentlich zu tun hatte. Dies ist erstaunlich, da „Fellbach wehrt sich“ auf Facebook eindeutig als faschistische Gruppierung zu erkennen ist und diese – ebenso wie Joachim Wiener seine Teilnahme – die Demonstration dort öffentlich beworben hatten. Gegendemonstrierende mussten die anwesenden Polizist*innen schließlich darauf hinweisen, wer hier eigentlich demonstriert. Allerspätestens seit dem tödlichen Angriff eines „Reichsbürgers“ auf einen Polizisten im November sollte die Polizei bei dieser Klientel deutlich besser vorbereitet sein.

Starker Gegenprotest

Auf der Gegenseite demonstrierten schätzungsweise 40 Menschen lautstark gegen die braune Gruppierung aus Württemberg und den Würzburger „Reichsbürger“ und boten Kälte und Faschismus die Stirn. Die Reden der extremistischen Demonstrant*innen waren von den vorbeigehenden Passant*innen dadurch nicht zu verstehen.

Die pietätlose Aktion, welche von 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr dauerte, wurde somit zu einer Blamage für die Faschist*innen. Solcher Art der Propaganda muss auch weiter im nächsten Jahr und darüber hinaus entgegengetreten werden.

Wir bleiben dabei: Kein Fußbreit dem Faschismus!