Am diesjährigen Faschingsumzug durch die Würzburger Innenstadt nahmen neben den regionalen Vereinen auch zahlreiche Politiker*innen teil. So fuhr Oberbürgermeister Christian Schuchardt auf einem Wagen zusammen mit als “Jackson Five” verkleideten Männern. Neben den unverkennbaren roten Anzügen trugen die Männer “Afro”-Perücken und waren im Gesicht schwarz geschminkt. Dass sich weiße Menschen zur Darstellung schwarzer Menschen schwarz schminken hat jahrhundertealte Tradition: während der Zeit der Sklaverei in den USA war es üblich, dass schwarz geschminkte Schauspieler*innen in “Minstrel-Shows” rassistische Stereotypen reproduzierten und schwarze Menschen verspotteten. Dieses sogenannte “Blackfacing” wird u.a. von Prof. Dr. Norbert Finzsch in einen direkten Zusammenhang mit den Lynchmorden an der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA gesetzt. Dass diese Praxis in veränderter Form bis heute besteht, wird regelmäßig bei Faschingsumzügen und ähnlichen Anlässen deutlich. Schwarze Menschen kritisieren, dass Blackfacing beleidigend und herabwürdigend ist, weil es eben in einem direkten kolonialen Kontext steht.

Konstantin Mack, Spitzenkandidat der GRÜNEN JUGEND Würzburg für die Stadtratswahl 2020, merkt an:
“Die Praxis des Blackfacings wird bereits seit Jahren regelmäßig von schwarzen Menschen und people of color als eine rassistische kritisiert, die vor allem anlässlich von Fasching verbreitet ist. Dass OB Christian Schuchardt trotz dieser breiten gesellschaftlichen Debatte über Blackfacing an einer solchen Darbietung beteiligt war, ist absolut unverständlich.”

Die GRÜNE JUGEND Würzburg kann nicht nachvollziehen, dass OB Christian Schuchardt gemeinsam mit den schwarz geschminkten “Jackson Five” auf dem Würzburger Faschingsumzug aufgetreten ist. Auch wenn er selbst nicht aktiv am Blackfacing beteiligt war, so war er doch Teil der Darbietung, indem er von den “Jackson Five”-Mitgliedern umgeben war und sich nicht von dem diskriminierenden Auftritt distanziert hat.

Fatim Dao, Schatzmeisterin der GRÜNEN JUGEND Würzburg, sagt:
“Schwarz-Sein ist kein Kostüm, das man sich einfach überstülpt! Blackfacing hat im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr hat. Wir fordern gegenseitigen Respekt und erwarten vor allem von Menschen, die wie OB Schuchardt eine so prominente Rolle in unserer Stadt einnehmen, ein höheres Maß an Sensibilität.”