Mit einer öffentlichen Aktion machte die Grüne Jugend Würzburg auf die traurige Situation der Pleichach aufmerksam. Diese fließt im Stadtgebiet aufgrund der Kanalisierung überwiegend unterirdisch in einem Kastengerinne. 2014 wurde im Stadtrat ein Konzept zur Aufwertung und Neugestaltung der Pleichach – bzw. des Quellenbachs – für den Bereich östlich des Bahnhofs bis zum Europastern beschlossen; es sollte zusammen mit den dort planenden Investoren realisiert werden. Bisher sind zwar gewaltige Baumassen (z.B. das Hochhaus mit Appartements für Studierende) zu sehen, aber nichts, was den Namen „Renaturierung“ verdient.

Seit 2017 ist ein Gewässerentwicklungskonzept für die Würzburger Bäche erarbeitet; zwei Stellen sollen dafür besetzt werden, die aber bis heute noch vakant sind.

Um darauf aufmerksam zu machen, dass seit dem Grundsatzbeschluss zu wenig passiert ist, hat die Grüne Jugend Würzburg die Renaturierung symbolisch selbst in die Hand genommen, erklärt Stadtratskandidaten Marie Büchner: „Denn offensichtlich braucht es mehr öffentlichen Druck, damit hier endlich etwas vorangeht!“

„Dass unsere Stadt besonders vom Klimawandel betroffen ist und auch in Zukunft stärker beeinträchtigt sein wird als andere deutsche Städte, wurde mittlerweile von vielen Forscherinnen und Forschern bestätigt. Für die Pleichach hat sich dies insofern ausgewirkt, dass der Oberlauf im vergangenen Sommer ausgetrocknet ist und es zu einem Fischsterben kam“, beklagt Büchner und fordert weiter: „Um den Fischbestand zu rehabilitieren und verlorengegangenen Naturraum zurückzugewinnen, muss schnellstmöglich mit der Renaturierung begonnen werden!“

Stadtratskandidat Konstantin Mack ergänzt: „Die Renaturierung der Pleichach bietet großes Potenzial für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt, für das städtische Klima und die Aufenthaltsqualität im Bereich zwischen Schweinfurter Straße / Raiffeisenstraße, über den Hauptbahnhof bis ins Bismarckquartier. Beispiele aus anderen Städten zeigen, wie freigelegte Bäche als Naherholungsraum dienen können. Sitzgelegenheiten an der Pleichach würden zum Verweilen einladen und auch den Ringpark zwischen Röntgenring und Bismarckstraße aufwerten.“

„Dennoch reicht eine Renaturierung, wie sie auch von der Stadt beschlossen wurde, alleine nicht aus: die Pleichach darf nicht länger als Kloake dienen! Deshalb braucht es ein modernes Abwasser-Trennsystem statt dem derzeitigen Mischsystem, um die Verunreinigung der Bäche durch Fäkalien zu verringern“, so Mack weiter.
Die Grüne Jugend sieht die Freilegung der Pleichach als eine wichtige Maßnahme, die in einem übergeordneten Gesamtkonzept für Umwelt- und Wasserschutz umgesetzt werden muss.