In unserer Gesellschaft ist die Allonormativität weit verbreitet. Das heißt, es wird davon ausgegangen, dass jede Person Sex und eine romantische Beziehung haben möchte. Oftmals werden Sex und eine romantische Beziehung als „normaler“ Teil des Erwachsenwerdens angesehen. So kommt es häufig zu A-feindlichen Diskriminierungen und ihre sexuelle Identität wird ihnen in Familien- und Freundeskreisen abgesprochen.

Aber was ist A_sexualität überhaupt?
A_sexualität ist eine sexuelle Orientierung, bei der eine Person kaum oder gar keine sexuelle Anziehung für andere empfindet und/ oder kein Verlangen nach sexuellem Kontakt hat. Das Spektrum (dargestellt durch den Unterstrich) erstreckt sich hierbei bis hin zur Allosexualität, also einer grundsätzlichen sexuellen Anziehung zu anderen Menschen. Personen, die in diesem Spektrum liegen, nennen sich häufig gray-asexuell oder demisexuell. Sie verspüren beispielsweise nur selten oder unter bestimmten Umständen sexuelle Anziehung. Bei der Demisexualität beispielsweise wird erst dann sexuelle Anziehung gegenüber einer anderen Person verspürt, wenn eine emotionale Bindung besteht.

Genauso breit gefächert ist auch das Spektrum der A_romantik. Dieses beschreibt eine Person, die keine romantische Anziehung und/oder kein Interesse an romantischen Beziehungen verspürt, bis hin zur Alloromantik. A_sexualität und A_romatik können miteinander einhergehen, müssen aber nicht. So ist es z. B. möglich, dass sich eine asexuelle Person verliebt, ohne jegliche sexuelle Anziehung zu empfinden.

Wir setzen uns dafür ein, dass gesellschaftliche Strukturen wie Allonormativität und Heteronormativität abgebaut werden. Dazu müssen sowohl die Naturwissenschaften als auch die Gender- und Queer Studies ihren Beitrag leisten. Bislang ist A_sexualität kaum erforscht, oder wird lediglich im Bezug auf sexuelle Störungen betrachtet. Das muss sich ändern!