Vorurteil: „Homöopathie ist die sanftere Heilmethoden im Gegensatz zur Schulmedizin“–> aus wissenschaftlicher Sicht sind in homöopathischen Tropfen und Globuli Wirkstoffe jedoch in der Regel gar nicht nachweisbar. Hergestellt werden diese Produkte durch den Prozess den Potenzierung. Im Vorgang der Potenzierung soll der Wirkstoff durch Schütteln und Rühren seine innere Heilkraft entfalten. Ein Teil dieser Lösung wird mit dem Verhältnis von 1 zu 9 Teilen Wasser hinzugefügt, also verdünnt. Dieser Vorgang wird wiederholt. Durch dieses Verfahren ist nach einigen Wiederholungen rein rechnerisch kein einziges Molekül des Wirkstoffs mehr vorhanden. Wir fordern, dass nur evidenzbasierte Behandlungsmethoden durch Krankenkassen erstattet werden.

„Wenigstens kann Homöopathie nicht schaden“ –> Gefährlich kann es dann werden, wenn diese nicht wirksamen Substanzen als Ersatz für eine medikamentös wirksame Therapie insbesondere bei schweren Erkrankungen verwendet werden und teilweise sogar von Ärzt:*innen oder Apotheker:*innen verschrieben werden. Wir fordern, dass die Patientinnen bei der Verschreibung von homöopathischen Mitteln darüber aufgeklärt werden sollen, dass die Wirkung der Substanzen nicht wissenschaftlich belegt ist.

„Die Homöopathie verfolge einen ganzheitlichen Ansatz“ –> homöopathische Behandlungen werden u.a. deswegen so gerne in Anspruch genommen, weil Ärzt:*innen mit entsprechender Zusatzbezeichnung mehr Zeit pro Patient:in vergütet bekommen, was die Patient:*innenzufriedenheit erhöht. Anstatt so viel Geld in Heilmethoden mit nicht wissenschaftlich nachgewiesenem Nutzen zu investieren, sollte das Gesundheitssystem lieber die sprechende Medizin fördern und besser vergüten, damit Ärtz:innen, die ihre Patient:innen auf wissenschaftlicher Grundlage behandeln, auch mehr Zeit zur Behandlung zur Verfügung steht.

„Homöopathische Mittel werden von einigen Krankenkassen übernommen, also müssen sie doch wirken“ – Stimmt, aber das ändert nichts daran, dass Homöopathie nicht über den Placeboeffekt hinauswirkt. Die Krankenkassen leisten sich untereinander einen Konkurrenzkampf mit dem Ziel sich beim finanzstarken Klientel (das idR alternativen Verfahren zugewandter ist als finanzschwächere Patient:innen) beliebt zu machen und anzulocken. Das verhindert einen authentischen offenen Umgang mit Placeboeffekten.